Im Spiegel der Zeit

Die Anfänge

Natürlich hat es seelsorgliche Begleitung bei Notfällen immer schon gegeben. Doch diese wurde zumeist von Gemeindepastoren und -pastorinnen geleistet, deren Erreichbarkeit im Notfall nicht gesichert werden konnte.
 
Im Zuge der Erarbeitung eines Konzeptes zum Katastrophenschutz fand dann am 20.03.2001 ein Gespräch mit dem damaligen Landkreis Osterode am Harz statt, um Wege zu finden, auch die Seelsorge in diesem Bereich besser abzusichern. Beteiligt waren auch Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr. Schnell wurde in diesem Gespräch deutlich, dass Seelsorge nicht nur im Großschadensfall von Nöten sei, sondern ebenso auch im Kleinschadensfall, wie z.B. bei schweren Autounfällen, Überbringung von Todesnachrichten oder auch dem plötzlichen Versterben von Personen. So wurde an die Kirche die Bitte herangetragen ein System zu entwickeln, dass weitgehend zuverlässig die notfallseelsorgliche Versorgung im Landkreis gewährleisten könnte.
 
Also machte sich die evangelisch-lutherische Kirche in Osterode dann auf den Weg, ein solches System zu entwickeln und auf eine breite ökumenische Basis zu stellen. Erste Treffen mit den verschiedenen Institutionen fanden statt, um die gegenseitigen Strukturen in der Krisenbewältigung wahrzunehmen und die Notfallseelsorge möglichst in diese bereits vorhandenen Strukturen eingliedern zu können.
 
Es waren seiner Zeit sehr fruchtbare und wichtige Gespräche des gegenseitigen Verstehens und Wahrnehmens, aus denen sich dann auch Weiteres entwickeln konnte, z.B. mit der Polizei eine Vereinbarung treffen zu wollen, zwei feste Termine des Austausches im Jahr miteinander wahrzunehmen. Hieraus entwickelte sich dann sogar die Sicherheitspartnerschaft, welche sodann am 08.03.2002 von Polizei und kirchlichen Vertretern unterzeichnet wurde.

Entwicklung hin zum heute bewährten System der ökumenischen Notfallseelsorge im Altkreis Osterode

Freilich, die Initiierung eines funktionierenden Systems für Notfallseelsorge auf Landkreisebene bedurfte noch etwas Zeit. Denn verschiedenste Probleme galt es zu bedenken und zu überwinden:

  • Landkreis- und Kirchenkreisgrenzen sind nicht identisch
  • Wer beauftragt zu diesem Dienst? 
  • Wer gewährleistet einen Versicherungsschutz? 
  • Wer trägt die Kosten z.B. für eine entsprechende Ausrüstung und so manches andere mehr?

Das Hauptproblem aber war:  Wer würde auf welche Weise in einem solchen System mitarbeiten können und wollen – Ausbildung sowie mögliche Weiter- und Fortbildungen mussten ins Auge gefasst werden.
 
So startete die als System organisierte Notfallseelsorge im Jahre 2002 zunächst noch zaghaft, aber doch bereits verlässlich mit einem ersten Team.
 
Und auch eine erste Ausrüstung konnte im Dezember 2002 in Gebrauch genommen werden. Sie kostete damals 492,24 € und wurde freundlicher Weise von der "Alten Pankgrafschaft 1381 by Wedding Berlin" gespendet - liebe Freunde, die uns bis auf den heutigen Tag begleiten und immer wieder die NFS unterstützen.
 
Später kamen erste Einsatzjacken und ein Helm hinzu - von der Feuerwehr Osterode aus ihrem Kleiderschatz gespendet - und ein Funkempfänger, vom Landkreis übergeben.
 
Heute nun sind die meisten der anfänglichen Hürden überwunden. Die Notfallseelsorge hat in den zurückliegenden Jahren breite Anerkennung gefunden, gar Freundschaften knüpfen und auch Menschen und Institutionen gewinnen können, die uns freundlicher Weise immer wieder oder auch neu durch Spendenbereitschaft und Unterstützung zur Seite stehen.